Nico Himmler erhält Bundeslizenz als Kampfrichter

 

Oberölsbach/Ladenburg

Ein besonderer Meilenstein für den SCO und die gesamte Ringerabteilung: Nico Himmler hat erfolgreich die Bundeslizenz als Kampfrichter erworben und ist damit der erste Kampfrichter in der Vereinsgeschichte des SCO, dem dieser Schritt gelungen ist. Die anspruchsvolle Prüfung fand am 24. und 25. April im Rahmen der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend in Ladenburg statt.


Der Weg zur Bundeslizenz stellt hohe Anforderungen an die Bewerber. Voraussetzung für die
Zulassung sind zunächst die Bezirks- und anschließend die Landeslizenz sowie eine ausreichende
praktische Erfahrung als Kampfrichter. Die Prüfung selbst gliedert sich in einen Theorie- und einen
Praxisteil. Grundlage der theoretischen Prüfung ist ein Fragenkatalog mit rund 200 Fragen. In der eigentlichen Prüfung müssen 30 Fragen beantwortet werden, die jeweils mit vier Punkten bewertet werden. Von insgesamt 120 möglichen Punkten sind mindestens 110 Punkte erforderlich, um den theoretischen Teil zu bestehen.


Ebenso anspruchsvoll gestaltet sich die Praxisprüfung. Hier müssen die Kandidaten zunächst
ausgewählte Videosequenzen von Kämpfen unabhängig bewerten und ihre Entscheidungen
fachlich korrekt treffen. Im zweiten Teil werden mehrere Mannschaftskämpfe bei den Deutschen
Mannschaftsmeisterschaften direkt an der Matte geleitet und bewertet. Auf die Frage nach der größten Herausforderung auf dem Weg zur Bundeslizenz muss Nico Himmler nicht lange überlegen: „Die Antwort ist eigentlich ganz kurz: die Prüfungen.“


Dabei investiert der engagierte Kampfrichter einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit in sein Hobby.
„Das ist schwierig zu sagen, aber ich würde etwa sechs Stunden pro Woche ansetzen – dazu kommen natürlich noch Turniere und Mannschaftskämpfe an den Wochenenden“, erklärt Himmler. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Mannschaftskampf der vergangenen Saison – allerdings aus einem unerfreulichen Grund. „Es war der erste Mannschaftskampf der letzten Saison. Bis zum vorletzten Einzelkampf war es für mich ein ganz normaler Einsatz. Der Kampf wurde von beiden Ringern sehr hart geführt, weshalb ich früh eingreifen und beiden deutlich machen musste, dass es so nicht weitergeht.“ Nachdem ein Athlet seine dritte Verwarnung erhalten hatte und somit disqualifiziert wurde, eskalierte die Situation. „Aus dem Nichts ging der disqualifizierte Ringer auf mich als Kampfrichter los. Daraufhin erhielt er die Rote Karte.“ Trotz solcher Erlebnisse bewahrt Himmler die Ruhe und Professionalität, die für einen Schiedsrichter auf höchstem Niveau unerlässlich sind.


Mit dem Erwerb der Bundeslizenz sind für ihn längst nicht alle Ziele erreicht. „Natürlich gibt es noch
weitere Ziele. Langfristig ist die internationale Lizenz ein großer Traum. Allerdings weiß ich auch, wie schwierig dieser Weg ist, da pro Nation nur eine begrenzte Anzahl an internationalen Plätzen zur Verfügung steht.“ Kurzfristig möchte er sich zunächst auf Bundesebene etablieren: „Mein Ziel ist es, mich im Deutschen Ringer-Bund zu integrieren, mich in der internen Rangliste nach oben zu arbeiten und bei Deutschen Meisterschaften sowie in der Bundesliga zum Einsatz zu kommen.“


Auch beim SCO wird dieser Erfolg mit großer Anerkennung aufgenommen. Michael Merz, PR- und
Sponsoring-Beauftragter des Vereins, würdigt die Leistung des frisch gebackenen Bundeskampfrichters:
„Mit seinem Frohmut und seiner stets positiven Einstellung hat er sich akribisch Fachkompetenz angeeignet und sich bereits in den letzten Jahren auf den bayerischen Ringermatten einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Gleichzeitig hat er sich zu einer sympathischen und durchsetzungsfähigen Persönlichkeit als Kampfrichter entwickelt. Der nächste Schritt zu den ganz
großen Herausforderungen auf Bundesebene war deshalb die logische Konsequenz und verdient
höchste Anerkennung und Respekt.“


Mit der erfolgreichen Bundeslizenz hat Nico Himmler nicht nur Vereinsgeschichte geschrieben, sondern auch den Grundstein für weitere sportliche Herausforderungen gelegt. Der SCO darf stolz auf seinen ersten Bundeskampfrichter sein und gespannt verfolgen, welchen Weg er auf nationaler und möglicherweise künftig auch internationaler Ebene noch einschlagen wird.